Hoffentlich steht sie wieder auf
AKNW-2026
Aus! Aus! Aus!
AKNW-2026
Eine große Geste
Tut doch den Ton weg
Entzaubert, Unfassbar, Unfassbar
Sie hat alles gegeben
AKNW-2026
Sport ist ein Spiel mit Regeln. Es kennt Gewinner und Verlierer, verlangt Leistung, Disziplin und Entscheidungen. Neben den geschriebenen Regeln existieren ungeschriebene Erwartungen, die das Verhalten der Beteiligten bestimmen. Es geht nicht allein darum, zu gewinnen, sondern auch darum, wie man gewinnt, verliert und sich gegenüber anderen verhält.
Die Aquarellserie SPORT richtet den Blick auf den Moment der Unterbrechung. Das Spiel steht still. Der Wettkampf tritt zurück. Sportlerinnen und Sportler begegnen einander als Handelnde, Leidende und Betroffene. Sie helfen, trösten, suchen Nähe oder bleiben allein. Ihre Körper erzählen von Erschöpfung, Verletzlichkeit, Solidarität und dem Versuch, Haltung zu bewahren.
Das Spielfeld selbst bleibt unsichtbar. Die Figuren stehen in einem weitgehend leeren Bildraum. Ihre Gesten, ihre Nähe oder Distanz werden zum Ausdruck jener ungeschriebenen Regeln, die das menschliche Miteinander prägen.
Den Bildern sind Sätze aus der Sprache der Sportberichterstattung zugeordnet. Ausrufe, Beobachtungen und Bewertungen von Kommentatoren begleiten den Wettkampf. Sie beschreiben nicht nur das Geschehen, sondern deuten es. Aus einer Bewegung wird eine Leistung, aus einem Sturz ein Scheitern, aus einer Geste eine moralische Haltung.
Aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst, begegnen diese Sätze den Aquarellen als eigenständige Bilder aus Sprache. Manchmal bestätigen sie das Dargestellte, manchmal widersprechen sie ihm. Zwischen dem gesprochenen Wort und der gemalten Geste entsteht ein Raum für neue Bedeutungen.
Die Aquarelltechnik folgt diesem Prinzip der Offenheit. Konturen lösen sich auf, Farbflächen brechen ab, Teile der Körper bleiben unvollendet. Die Darstellung hält inne, wie das Spiel selbst.
Die Bilder erzählen nicht von Sieg oder Niederlage. Sie untersuchen, wie Menschen unter dem Druck gesellschaftlicher Erwartungen Haltung einnehmen, bewahren oder verlieren – und wie unsere Wahrnehmung dieser Haltung durch Sprache geprägt wird.